Windows bringt bereits Verschlüsselung mit. Warum also zusätzliche Software installieren? Weil die eingebauten Werkzeuge von der Windows-Edition und der Hardware abhängen und keines alle Aufgaben abdeckt: Die Systemfestplatte eines Laptops, ein USB-Stick, eine Datei für den E-Mail-Versand und ein Ordner, von dem niemand wissen soll, sind vier verschiedene Aufgaben.
- Systemlaufwerk: BitLocker unter Windows Pro, Geräteverschlüsselung unter Home, sonst VeraCrypt.
- USB-Sticks, externe Festplatten, Container: BitLocker To Go, VeraCrypt oder Cryptic Disk.
- Datei verschicken: ein 7-Zip-Archiv mit AES-256.
- Daten, von denen niemand wissen soll: versteckte Volumes in VeraCrypt oder Cryptic Disk.
Cryptic Disk ist unser eigenes Programm, deshalb sagen wir auch klar, was es nicht kann.
Vergleichstabelle
| Programm | Preis | Systemlaufwerk | Datenlaufwerke, USB | Container | Versteckte Volumes | Windows |
|---|---|---|---|---|---|---|
| BitLocker | enthalten | ja | ja (USB: To Go) | über VHD/VHDX | nein | Pro, Enterprise, Education |
| Geräteverschlüsselung | enthalten | ja | nur interne Laufwerke | nein | nein | Home und andere, geeignete Hardware |
| EFS | enthalten | nein | einzelne Dateien auf NTFS | nein | nein | Pro, Enterprise, Education |
| VeraCrypt | kostenlos | ja | ja | ja | eines pro Volume | ab 10; auch macOS, Linux |
| 7-Zip | kostenlos | nein | nein (Archive) | nein | nein | XP bis 11 |
| Cryptic Disk | kostenpflichtig, 30 Tage Test | nein | ja | ja | bis zu 3 Ebenen | XP bis 11 |
BitLocker
Die Festplattenverschlüsselung von Windows Pro, Enterprise und Education. Sie verschlüsselt das Systemlaufwerk, interne Datenlaufwerke und als BitLocker To Go auch Wechseldatenträger.
- Systemlaufwerk mit TPM, optional mit PIN
- Kostenlos mit Windows Pro
- 48-stelliger Wiederherstellungsschlüssel, falls das Entsperren scheitert
- Unter Windows Home nicht einschaltbar
- Keine versteckten Volumes, Container nur als VHD/VHDX-Dateien
- Nach der Anmeldung sind die Dateien für jeden an Ihrem PC und für Schadsoftware offen
Ohne TPM-Chip fragt BitLocker beim Start nach einem Kennwort oder einem Systemstartschlüssel auf einem USB-Stick, sobald die Gruppenrichtlinie das erlaubt. Bewahren Sie den Wiederherstellungsschlüssel außerhalb des Computers auf: Ohne ihn ist ein gesperrtes Laufwerk verloren.
Geräteverschlüsselung (Windows Home)
Eine vereinfachte Form von BitLocker für mehr Geräte, auch unter Windows 10 und 11 Home. Sie verschlüsselt das Systemlaufwerk und fest eingebaute Laufwerke, aber keine USB-Sticks oder externen Festplatten.
- Voraussetzungen sind TPM, Secure Boot und die Windows-Wiederherstellungsumgebung. Seit Windows 11 24H2 ist Modern Standby nicht mehr nötig, sodass mehr PCs infrage kommen.
- Sie wird aktiv, wenn Sie sich mit einem Microsoft-Konto (oder einem Geschäfts- oder Schulkonto) anmelden, und der Wiederherstellungsschlüssel wird in diesem Konto gespeichert. Mit einem lokalen Konto schaltet sie sich nicht automatisch ein.
- Ob Ihr PC sie unterstützt, sehen Sie in den Systeminformationen (msinfo32), als Administrator gestartet: Dort gibt es eine Zeile zur Unterstützung der Geräteverschlüsselung.
Wenn Ihr Home-PC die Voraussetzungen nicht erfüllt, lesen Sie, wie Sie unter Windows 11 Home ohne BitLocker verschlüsseln.
EFS (verschlüsselndes Dateisystem)
EFS verschlüsselt einzelne Dateien und Ordner auf NTFS-Laufwerken über die Dateieigenschaften. In Windows Home fehlt es.
EFS hängt an Ihrem Windows-Benutzerkonto. Wer sich als Sie anmeldet, sieht die Dateien entschlüsselt, und nach einer Neuinstallation von Windows lassen sie sich nicht mehr öffnen, sofern Sie das Zertifikat nicht vorher samt privatem Schlüssel exportiert haben. EFS taugt als zusätzliche Schicht auf einem gemeinsam genutzten PC, nicht als Diebstahlschutz für einen Laptop.
VeraCrypt
Kostenlose Open-Source-Software auf Basis von TrueCrypt 7.1a, für Windows, macOS und Linux. Das vielseitigste kostenlose Programm in dieser Liste.
- Systemlaufwerk mit Passwortabfrage vor dem Windows-Start
- Partitionen, externe Festplatten, USB-Sticks, Container
- Versteckte Volumes und ein verstecktes Betriebssystem
- AES, Serpent, Twofish, Camellia, Kuznyechik und Kaskaden
- Langer Assistent, PIM, Rettungsdisk bei der Systemverschlüsselung
- Offiziell ab Windows 10
- Öffnet keine TrueCrypt-Volumes mehr (seit 1.26.7)
- Hilfe nur über Dokumentation und Forum
Mehr dazu in unserem Artikel VeraCrypt-Alternative.
7-Zip mit AES-256
Ein kostenloser Packer, der 7z- und ZIP-Archive mit AES-256 und Passwort schützt. Der einfachste Weg, ein paar Dateien per E-Mail oder Freigabelink zu verschicken: Der Empfänger braucht einen Packer mit AES-Unterstützung, und das Passwort teilen Sie ihm über einen anderen Kanal mit.
Für die dauerhafte Ablage taugt es nicht: Zum Arbeiten entpacken Sie die Dateien, und die Kopien liegen unverschlüsselt auf der Festplatte, bis Sie sie löschen. Schritt für Schritt: Datei mit Passwort verschlüsseln unter Windows.
Cryptic Disk
Cryptic Disk ist unser Programm für Daten, die verschlossen bleiben sollen, bis Sie sie brauchen.
Was es nicht kann: Cryptic Disk kann die Systempartition, auf der Windows installiert ist, nicht verschlüsseln. Legen Sie vertrauliche Dateien auf eine Datenpartition oder in einen Container. Das Programm läuft nur unter Windows (XP bis 11), ohne Versionen für macOS, Linux, Mobilgeräte oder ARM. Eine Lizenz kostet einmalig 84 € pro Benutzer und enthält ein Jahr Updates und Support.
Welche Verschlüsselungssoftware passt zu welcher Aufgabe?
Eine bewährte Kombination: BitLocker oder Geräteverschlüsselung für das Systemlaufwerk, dazu ein verschlüsselter Container für die sensibelsten Dateien. Das Systemlaufwerk ist nach dem Windows-Start offen, der Container bleibt zu, bis Sie ihn einbinden, und kann sich automatisch wieder trennen.
Kostenlos oder kostenpflichtig?
Die kostenlosen Werkzeuge sind gut: BitLocker und Geräteverschlüsselung sind in Windows enthalten, VeraCrypt und 7-Zip kosten nichts und sind Open Source. Wenn eines davon alles kann, was Sie brauchen, nutzen Sie es.
Ein kostenpflichtiges Programm lohnt sich, wenn Sie etwas brauchen, das sie nicht bieten: versteckte Volumes über bis zu drei Ebenen, ältere Windows-Versionen, TrueCrypt-Volumes ohne veraltetes Programm und Support vom Hersteller. Egal, wofür Sie sich entscheiden: Das Passwort zählt mehr als der Algorithmus. Nutzen Sie eine lange Passphrase und machen Sie Backups.
FAQ
Welche kostenlose Verschlüsselungssoftware ist die beste?
Für das Systemlaufwerk BitLocker oder die Geräteverschlüsselung, wenn Edition und Hardware es erlauben, sonst VeraCrypt. Zum Verschicken von Dateien 7-Zip mit AES-256. VeraCrypt ist das umfassendste kostenlose Programm, braucht aber mehr Einarbeitung.
Reicht BitLocker aus?
Gegen einen gestohlenen Laptop ja, sofern der Wiederherstellungsschlüssel sicher aufbewahrt ist. Während Sie angemeldet sind, schützt BitLocker die Dateien nicht, und es verbirgt nicht, dass Daten existieren. Dafür ergänzen Sie einen verschlüsselten Container oder ein verstecktes Volume.
Kann Cryptic Disk das Laufwerk verschlüsseln, auf dem Windows installiert ist?
Nein. Es verschlüsselt Datenpartitionen, externe Festplatten, USB-Sticks und Container. Für das Systemlaufwerk nutzen Sie BitLocker, die Geräteverschlüsselung oder VeraCrypt.
Was passiert, wenn ich das Passwort vergesse?
Bei echter Verschlüsselung sind die Daten dann verloren. BitLocker hat dafür den Wiederherstellungsschlüssel. Cryptic Disk kann den Volume-Header sichern, diese Sicherung ist aber mit dem Passwort geschützt, das beim Speichern galt. Bei einem vergessenen einzigen Passwort hilft sie nicht.
Kann Cryptic Disk VeraCrypt-Volumes öffnen?
Nein. Es öffnet TrueCrypt-Container und -Laufwerke, aber keine VeraCrypt-Volumes. Um Daten umzuziehen, binden Sie beide ein und kopieren die Dateien.
Ohne Einschränkungen während der Testphase. Windows 11, 10, 8.1, 8, 7, Vista und XP.
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