VeraCrypt-Alternative für Windows: BitLocker oder Cryptic Disk?

VeraCrypt-Alternative für Windows: BitLocker oder Cryptic Disk?

VeraCrypt ist kostenlos, quelloffen und sehr leistungsfähig. Gleichzeitig wird es am häufigsten als „zu kompliziert“ beschrieben. Wenn Sie mitten im Assistenten aufgegeben haben oder Ihnen eine Funktion fehlt, ist dieser Artikel für Sie.

Kurz gesagt
  • VeraCrypt ist sicher: Nutzer wechseln wegen Bedienbarkeit, Plattformen und Support.
  • Vor allem das Systemlaufwerk: BitLocker (Pro) oder Geräteverschlüsselung (Home) ist oft einfacher.
  • Container, Datenlaufwerke, USB-Sticks: Cryptic Disk: versteckte Volumes bis zu 3 Ebenen, TrueCrypt-Unterstützung. Nur Windows, kein Systemlaufwerk.
  • Umzug: keine Umwandlung, Sie kopieren die Dateien zwischen zwei eingebundenen Volumes.

Cryptic Disk ist unser eigenes Programm, daher sagen wir auch offen, wann Sie bei VeraCrypt bleiben sollten. Alle Werkzeuge im Überblick: Verschlüsselungssoftware für Windows im Vergleich.

Was VeraCrypt gut macht

Stärken
  • Kostenlos und Open Source; laut den Entwicklern nie eine kommerzielle Version
  • Systemverschlüsselung mit Passwort vor dem Windows-Start
  • Versteckte Volumes (anderes Passwort) und ein verstecktes Betriebssystem
  • AES, Serpent, Twofish, Camellia, Kuznyechik und Kaskaden
  • Derselbe Container öffnet sich unter Windows, macOS und Linux
Grenzen
  • Viele Entscheidungen im Assistenten, dazu PIM
  • Rettungsdisk für die Systemverschlüsselung
  • Offiziell Windows 10 und neuer
  • Kein TrueCrypt-Modus, kein bezahlter Support

Woran VeraCrypt-Nutzer hängen bleiben

Es geht um Bedienbarkeit und Einsatzzweck, nicht um die Sicherheit von VeraCrypt.

Volume erstellen 12 Schritte im offiziellen Einsteiger-Tutorial, vom Volume-Typ und den Algorithmen bis zur Mausbewegung für Zufallsdaten. Einsteiger wissen oft nicht, welche Entscheidung worauf wirkt.
PIM Eine optionale Zahl, die die Iterationen der Schlüsselableitung ändert. Leer bleiben die Standardwerte; einen eigenen Wert geben Sie jedes Mal mit dem Passwort ein, und vergessen sperrt Sie aus.
Systemverschlüsselung Erst eine Rettungsdisk (USB bei UEFI, CD/DVD bei klassischem BIOS, wo USB zusätzliche Werkzeuge braucht). Das Startpasswort nutzt die US-Tastaturbelegung: mit deutscher Tastatur führen Y, Z und Sonderzeichen leicht zu Tippfehlern. Große Funktionsupdates brauchen ein aktuelles VeraCrypt.
Windows-Versionen Offiziell Windows 10 (Version 1809) und neuer. Ältere PCs brauchen ältere Versionen.
Alte TrueCrypt-Volumes Version 1.26.7 hat den TrueCrypt-Modus entfernt; zum Öffnen oder Konvertieren verweisen die Versionshinweise auf 1.25.9.
Support Dokumentation, Community-Forum und eine Kontaktadresse. Kein bezahlter Support.

Alternative 1: BitLocker, wenn es vor allem um das Systemlaufwerk geht

Lautet das Ziel „ein gestohlener Laptop darf meine Dateien nicht preisgeben“, ist BitLocker oft einfacher als die Systemverschlüsselung von VeraCrypt: eingebaut in Windows Pro, Enterprise und Education, arbeitet mit dem TPM-Chip, und der Wiederherstellungsschlüssel kann im Microsoft-Konto liegen. Unter Home übernimmt die Geräteverschlüsselung diese Aufgabe, wenn die Hardware sie unterstützt; wenn nicht, lesen Sie Windows 11 Home ohne BitLocker verschlüsseln.

Was BitLocker nicht bietet: versteckte Volumes, macOS oder Linux; Container nur als VHD/VHDX-Dateien. Solange Sie in Windows angemeldet sind, sind alle Dateien auf dem Laufwerk lesbar.

Alternative 2: Cryptic Disk, wenn Sie mit Containern und Datenlaufwerken arbeiten

Cryptic Disk deckt ab, wofür die meisten VeraCrypt täglich nutzen: Container, Datenpartitionen, externe Festplatten und USB-Sticks.

  VeraCrypt Cryptic Disk
Preis kostenlos, Open Source einmalige Lizenz, 30 Tage kostenlos testen
Systempartition ja, Passwort vor dem Start nein
Container, Datenpartitionen, USB ja ja
Versteckte Volumes 1 pro Volume, dazu verstecktes Betriebssystem bis zu 3 Ebenen verschachtelt
Kaskaden bis zu 3 Algorithmen AES, Serpent, Twofish, Blowfish, CAST6; Schlüssel bis 2.944 Bit
TrueCrypt-Volumes nur vor 1.26.7 ja, Container und Laufwerke
VeraCrypt-Volumes ja nein
Plattformen Windows 10 und neuer, macOS, Linux Windows 11, 10, 8.1, 8, 7, Vista, XP
Support Dokumentation, Forum Hersteller, 1 Jahr inklusive
Was Sie gewinnen
Worauf Sie verzichten
  • Systemlaufwerk: schützen Sie es mit BitLocker oder der Geräteverschlüsselung, vertrauliche Dateien kommen auf eine Datenpartition oder in einen Container
  • macOS und Linux: wer Container mit Mac- oder Linux-Nutzern teilt, bleibt bei VeraCrypt

Lizenz: einmalig 84 € pro Benutzer, mit einem Jahr Updates und Support. Die 30-Tage-Testversion hat keine Einschränkungen, testen Sie also zuerst mit einer Kopie Ihrer Daten.

Wann Sie bei VeraCrypt bleiben sollten

Bleiben Sie, wenn Sie das Systemlaufwerk verschlüsseln müssen und BitLocker oder die Geräteverschlüsselung nicht verfügbar sind, ein verstecktes Betriebssystem brauchen, dieselben Container unter macOS oder Linux öffnen oder kostenlos und Open Source für Sie oder Ihr Unternehmen Pflicht ist. Oder einfach, wenn Ihre Lösung funktioniert und Sie gut damit zurechtkommen: Ein Wechsel bringt für sich genommen keinen Sicherheitsgewinn.

Einen VeraCrypt-Container zu Cryptic Disk umziehen

Eine direkte Umwandlung gibt es nicht: Sie kopieren die Dateien von einem eingebundenen Volume ins andere.

Beide Programme vorbereiten

Installieren Sie Cryptic Disk, VeraCrypt bleibt vorerst installiert. Binden Sie den VeraCrypt-Container wie gewohnt ein und merken Sie sich den Laufwerksbuchstaben.

Neuen Container erstellen

Größer als die zu übertragenden Daten, mit einem neuen, langen Passwort. Schritt für Schritt: verschlüsselten Container erstellen.

Unter einem anderen Laufwerksbuchstaben einbinden
Auswahl des Laufwerksbuchstabens beim Einbinden des Containers in Cryptic Disk
Kopieren und prüfen

Kopieren Sie alle Dateien im Datei-Explorer, öffnen Sie einige davon und vergleichen Sie Anzahl und Größe der Dateien und Ordner.

Header sichern

Bewahren Sie die Sicherung des Headers getrennt vom neuen Container auf.

Beide Volumes trennen

Behalten Sie den alten Container, bis Sie sicher sind, dass nichts fehlt, und löschen Sie ihn dann.

VeraCrypt-USB-Stick oder Partition Parken Sie die Dateien in einem temporären Cryptic-Disk-Container auf einem anderen Laufwerk (nicht in einem unverschlüsselten Ordner), verschlüsseln Sie das Laufwerk mit Formatierung und kopieren Sie sie zurück (Anleitung zur Laufwerksverschlüsselung).
TrueCrypt-Volume Kein Kopieren nötig: Cryptic Disk bindet es direkt ein.

FAQ

Gibt es eine kostenlose Alternative zu VeraCrypt?

Ja: BitLocker (Pro) und die Geräteverschlüsselung (Home) für das Systemlaufwerk, 7-Zip-Archive mit AES-256 für einzelne Dateien. Cryptic Disk ist kostenpflichtig, mit 30 Tagen Testzeit.

Kann Cryptic Disk meinen VeraCrypt-Container öffnen?

Nein, nur TrueCrypt- und Cryptic-Disk-Volumes. Binden Sie den Container in VeraCrypt ein und kopieren Sie die Dateien in einen Cryptic-Disk-Container.

Kann Cryptic Disk wie VeraCrypt das Systemlaufwerk verschlüsseln?

Nein. Nutzen Sie für die Windows-Partition BitLocker, die Geräteverschlüsselung oder VeraCrypt, und Cryptic Disk für Datenpartitionen, externe Festplatten und Container.

Ist VeraCrypt unsicher?

Nein. Nutzer wechseln wegen Bedienbarkeit, Plattformen und Support, nicht wegen Schwächen der Verschlüsselung.

Was passiert, wenn ich das Passwort des neuen Containers vergesse?

Dann sind die Daten verloren, genau wie bei VeraCrypt. Eine Header-Sicherung hilft nur, wenn Sie das Passwort kennen, das beim Speichern galt. Wählen Sie eine lange Passphrase, die Sie sich merken können.

Cryptic Disk 30 Tage kostenlos testen

Ohne Einschränkungen während der Testphase. Windows 11, 10, 8.1, 8, 7, Vista und XP.

Kostenfreier Test Preise & Kauf